Der Begriff des Zapfenstreiches wurde erstmals 1596 erwähnt.

Damit die Soldaten für den nächsten Kampftag fit waren, musste - besonders in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges - der Ausschank zu einer bestimmten Uhrzeit beendet werden. Dazu schlugen die Marketender laut vernehmbar den Zapfen in das Spundloch des Fasses, wobei schlagen die gleiche Bedeutung wie streichen hatte.

Später wurde der Zapfenstreich auch musikalisch umgesetzt und damit zum abendlichen Signal für die Soldaten, ins Feldlager, ins Quartier oder in die Kaserne zurück zu kehren.

Der Große Zapfenstreich in seiner heutigen Form entstand in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Der preußische König Friedrich Wilhelm III. ordnete während der Befreiungskriege 1813 die Ausweitung des Zapfenstreiches um das Präsentieren des Gewehrs, ein stilles Gebet und das Blasen eines Militärliedes an. Er folgte damit dem Beispiel Russlands, Österreichs und Schwedens.

In der Gegenwart ist der Große Zapfenstreich die höchste Auszeichnung, die die Bundeswehr einer Zivilperson zu Teil werden lassen kann. Anspruch auf eine Verabschiedung durch einen Großen Zapfenstreich haben der Bundespräsident, der Bundeskanzler und der Bundesminister der Verteidigung; allen Militärs im Range eines Generals oder Generalleutnants (bzw. Admirals oder Vizeadmirals) steht ebenfalls ein Zapfenstreich bei ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst zu.

Die Ausführung des Großen Zapfenstreiches unterliegt einem Musikkorps mit angeschlossenem Spielmannszug, zwei Zügen Begleitkommando unter Gewehr und einer Ehrenformation Fackelträgern.
Elemente des Großen Zapfenstreiches sind der Aufmarsch der Ehrenformation mit dem Yorkschen Marsch und der Meldung des Zapfenstreiches an die zu ehrende Persönlichkeit durch den leitenden Truppenoffizier,
nach dem Kommando "Serenade!" die Serenade, eine Aufführung von bis zu vier Musikstücken, die die zu ehrende Person auswählen darf, nach dem Kommando "Großer Zapfenstreich stillgestanden! Großer Zapfenstreich!" der eigentliche Große Zapfenstreich (Locken zum Großen Zapfenstreich, Preußischer Zapfenstreichmarsch (Traditionselement der Fußtruppen), Retraite mit drei Posten (Fanfarenrufe) (Traditionselement der berittenen Truppen), Zeichen zum Gebet). Nach dem Kommando "Helm ab zum Gebet!" das musikalische Gebet „Ich bete an die Macht der Liebe", 
das Kommando "Helm auf!", Abschlagen nach dem Gebet und Ruf nach dem Gebet. Nach dem Kommando "Achtung präsentiert!" die Nationalhymne. Abmeldung des Großen Zapfenstreiches und Ausmarsch der Ehrenformation. Zum Ausmarsch wird der Zapfenstreich-Marsch gespielt.

Das Locken zum Großen Zapfenstreich, das Zeichen zum Gebet und das Abschlagen nach dem Gebet werden als musikalische Kommandos nur von den Spielleuten (Spielmannstrommel und -pfeife) unter Leitung des Tambourmajors ausgeführt, die übrigen Musikstücke vom gesamten Musikkorps. Der Ruf nach dem Gebet knüpft musikalisch an die Retraite an und umrahmt so den Gebetsteil.

Auf- und Abmarsch sowie die Meldungen sind mit weiteren Kommandos verbunden.