Im Dreißigjährigen Krieg wurden Degen-Gehänge von spanischem (1), deutschem (2), französischem (3) und italienischem (4) Typ verwendet.

Im Jahre 2003 fertigten wir unsere ersten Degengehänge an.

Da wir Schnallen mit Ösen nirgends finden konnten, haben wir diese und die dazu gehörigen Haken aus Silberstahl-Rundstangen von 4 mm Durchmesser  mittels Schraubstock gebogen.

Im Jahre 2009 stießen wir im Internet auf www.darkwoodarmory.com mit seiner umfangreichen Angebotspalette.

Hier gab (und gibt es auch weiterhin) die lang gesuchten Metallteile zum Selbstbau von Degengehängen als Komplettsatz in den zwei Varianten „Hearts" und „Oaks".

Mit Hilfe dieser Metallteile und passenden Leder-Hohlnieten aus dem Baumarkt, ansonsten aber mit der gleichen Technologie wie bei der Variante von 2003, konnten nun vorbildgerechter aussehende Gehänge hergestellt werden.

Fertige Gehänge kann man dort natürlich auch kaufen.

Im Gegensatz zu diesen haben wir jedoch einige Vereinfachungen vorgenommen: An Stelle von sechs Schnallen sind bei uns zum Festzurren der Scheide nur 4 Schnallen vorhanden. Die Haken-Öse-Kombination zum schnellen Öffnen des Gürtels und die Metallteile an den Riemenspitzen wurden weggelassen.

Die von uns gefertigten Gehänge sehen dann so aus:

Am Gürtel sieht die Schnalle mit Öse dann so aus:

Alle Lederteile wurden mit Pappschablonen auf 3 mm dickes Leder aufgezeichnet und mit einem scharfen Cuttermesser entlang eines Stahllineals ausgeschnitten.

Die kleinen Schnallen zum Festzurren der Scheide, von denen der Dorn entfernt wurde, bestellten wir hier (Artikelnummer 727080). Da diese Schnallen innen 15 mm breit sind, müssen auch die Riemen am Gehänge diese Breite haben.

Diese Riemen sind jedoch eigentlich keine Riemen, sondern in ein ovales Lederteil wurden in der Mitte Schlitze eingearbeitet und das Lederteil dann so zusammengeklappt, dass unten die Schlaufen entstehen.

Wir haben uns für den spanischen Typ entschieden.

Am Gürtel befinden sich zwei Schnallen, die unten eine um 90 Grad gedrehte Öse besitzen.

Am Gehänge befinden sich zwei Haken, die in diese Ösen eingehakt werden.

Da der Degen immer samt Scheide und Gehänge abgelegt wird, kann das Degengehänge damit leicht aus dem Gürtel ausgehakt werden.

Die Haken haben immer eine ganz spezielle Form. Entweder ist es ein Ring mit einer kleinen Öffnung oder es ist ein Haken mit einem langen gebogenen Ende. Beide Formen haben das Ziel, ein zufälliges Aushaken zu verhindern. Nur wenn der Träger den Haken bewusst entgegen der üblichen Zugrichtung verdreht ist ein Aushaken möglich.

Um das Zusammennähen mit festem Zwirn zu erleichtern, wurden entlang der Nähte Löcher vorgestochen.